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Freitag, 30. April 2010

Die künftige Stilentwicklung der buddhistischen Skulptur

Die figürliche Darstellung von Buddhas und Bodhisattvas ist seit Ihren Ursprüngen an bestimmte Konventionen gebunden. Die Proportionen des Buddha, der Gesichtsausdruck, die "Erscheinung" der Figur - diesen Dingen wurde von den Bildhauern zu jeder Zeit beachtet.

In Verbindung mit der Ausbreitung des Buddhismus im asiatischen Raum veränderte sich der Stil in der buddhistischen Skulptur laufend. Allein auf China bezogen liegen zwischen den frühen Buddhas aus der Nord-Wei-Dynastie oder etwa der Sui-Dynastie und beispielsweise den feinen Darstellungen der Ming-Zeit stilistisch gesehen Welten.

Seit wenigen Jahrzehnten wird der Buddhismus zunehmed im Westen adaptiert. Die Praktizierenden kennen buddhistische Kunst und figürliche Darstellungen so, wie sie überall auf der Welt kursieren: Figuren aus Tibet, Buddhas aus Thailand, japanische Figuren, antike chinesische Figuren usw.

Die spannende Frage allerdings lautet: Wie werde sich Stile in der buddhistischen Plastik im Westen (USA und Europa) verändern?

Früher oder später wird es erste Figuren geben, die zwar die traditionellen Formen und inhalte der Figuren weiterführen, die sich aber dennoch in kunsthistorischem Sinne stilistisch weiterentwickeln und Einflüsse der westlichen Gesellschaften übernehmen.

Das ist ein sehr weitreichendes Thema, denn Praktizierende im Westen haben den Prozess noch nicht abgeschlossen, in welchem asiatische Denkweseisen und buddhistische Traditionen der Praxis in unsere westlichen Gesellschaften übernommen werden und in Einklang mit der westlich-demokratischen sozio-psychologischen Geisteshaltung gebracht werden (Stichwort Individuum vs. Kommune/Gemeinschaft).

Die Beobachtung wird spannend sein, woher im Bereich der buddhistischen figuralen Kunst diesbezüglich die ersten Impulse kommen werden. Dass sich die buddhistische Kunst stilistisch im Westen verändern und weiterentwickeln wird, steht jedoch außer Frage.