Die weltberühmte Büste der Nofretete ist nach Auffassung der Verantwortlichen in Deutschland rechtmäßiges Eigentum der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin. Dies bestätigte sogar Außenminister Westerwelle, wie derzeit in den Medien zu lesen ist (siehe hier).
Nun stellt Herr Dr. Zahi Hawass, der Generalsekretär der Obersten Antikenverwaltung Ägyptens, medienwirksam die Forderung nach Rückgabe des Artefekts. Diese Forderung wurde von Wissenschaftlern aus Ägypten bereits seit den 1940er Jahren immer wieder erhoben. Doch die gegenwärtige Debatte wirft deutlicher als zuvor ein Schlaglicht auf die Grundsatzfrage, die dahinter steht:
Besitzt "der Westen" rechtmäßig wichtige Kulturgüter derjenigen Länder, die zur Zeit des Kolonialismus unterlegen waren?
Wie kontrovers diese Frage auch in der Öffnetlichkeit diskutiert wird, zeigt ein Blick auf die Kommentare des Artikels der Tagesschau: HIER KLICKEN.
Die Argumentationen reichen von völligem Verständnis für die Ägyptische Forderung bis hin zur Warnung vor der Rückführung, da man den Ägyptern keine sachgemäße Konservierung der Büste zutraue. Schmulzeln hingegen muss man bei Aussagen, wie etwa "Die Ägypter hätten ja 2000 Jahre Zeit gehabt, die Büste selbst auszubuddeln" (!?)
Erfreulich ist die Debatte dennoch, ganz unabhängig vom Ergebnis. Denn sie zeigt, dass viel Bewegung in das Thema kommt. Dem Beispiel Ägyptens könnten weitere Nationen folgen, allen voran China. Hier gehört die Forderung nach Rückgabe von wichtigen Kulturgütern inzwischen bereits zum guten Ton unter Sammlern, wenngleich sie von politischer Seite her kaum Unterstützung erfährt. Es ist jedoch absehbar, dass Museen und Institutionen in der westlichen Welt in den kommenden Jahren die Rechtfertigungen für den Besitz von Kulturgütern aus teilweise nicht rechtmäßigen Ausfuhren neu überdenken werden müssen.
Dienstag, 25. Januar 2011
Prüfung von Elfenbein
Antike Elfenbeine werden nach wie vor gesammelt und entsprechend nachgefragt. Insebesondere japanische Okimono oder antike chinesische Schnitzereien nehmen einen festen Platz im Portfolio des gehobenen Kunsthandels im Bereich antiker Asiatica ein.
Wer ein Objekt jedoch wissenschaftlich prüfen lassen möchte, um zweifelsfrei zu bestimmen, ob es sich um Elfenbein handelt, und wenn ja, aus welcher Region das Stück stammt und welches Alter es besitzt, der hat in Deutschland gute Möglichkeiten dazu. Seit 2003 prüft das Internationale Zentrum für Elfenbeinforschung (International Centre of Ivory Studies; Incentivs) in Mainz mit unterschiedlichen wíssenschaftlichen Methoden vermeindliche Elfenbeine auf Echtheit und Alter.
Insbesondere die IR-Reflexion-Spektroskopie kommt hierbei zum Einsatz, wobei das Elfenbein mit Infrarotlicht bestrahlt wird, um die genaue Materialzusammensetzung zu durchleuchten. Während das Material hierbei völlig unbeschädigt bleibt, wird bei der Laser-Ablations ICP-MS Methode ein minimales Loch von wenigen Tausendsteln Millimeter Stärke gebohrt. Das herausgeschleuderte Material wird daraufhin bei rund 8000 Grad Celsius ionisiert und anschließend analysiert. Dadurch kann die genaue Herkunft der Probe bestimmt werden.
Kontakt zum Institut:
Internationales Zentrum
für Elfenbeinforschung, Mainz
www.incentivs.uni-mainz.de
Wer ein Objekt jedoch wissenschaftlich prüfen lassen möchte, um zweifelsfrei zu bestimmen, ob es sich um Elfenbein handelt, und wenn ja, aus welcher Region das Stück stammt und welches Alter es besitzt, der hat in Deutschland gute Möglichkeiten dazu. Seit 2003 prüft das Internationale Zentrum für Elfenbeinforschung (International Centre of Ivory Studies; Incentivs) in Mainz mit unterschiedlichen wíssenschaftlichen Methoden vermeindliche Elfenbeine auf Echtheit und Alter.
Insbesondere die IR-Reflexion-Spektroskopie kommt hierbei zum Einsatz, wobei das Elfenbein mit Infrarotlicht bestrahlt wird, um die genaue Materialzusammensetzung zu durchleuchten. Während das Material hierbei völlig unbeschädigt bleibt, wird bei der Laser-Ablations ICP-MS Methode ein minimales Loch von wenigen Tausendsteln Millimeter Stärke gebohrt. Das herausgeschleuderte Material wird daraufhin bei rund 8000 Grad Celsius ionisiert und anschließend analysiert. Dadurch kann die genaue Herkunft der Probe bestimmt werden.
Kontakt zum Institut:
Internationales Zentrum
für Elfenbeinforschung, Mainz
www.incentivs.uni-mainz.de
Donnerstag, 6. Januar 2011
Art und Investment
Derzeit liest man häufig in der Presse, dass in 2010 weltweit die Preise für Kunst so hoch waren, wie nie zuvor. Die Medien berichten vielerorts von neuen Rekordpreisen, vom Boom im Kunstmarkt, von erfolgreichen Kunstfonds und einer neuen Lust an Kunst. Insbesondere die Kunstmessen werden sehr positiv hervorgehoben. Neue Besucherrekorde bescheren den Ausstellern Spitzenerlöse, während in vielen Teilen der Welt neue Kunstmessen aus dem Boden schießen.
Von dieser positiven Grundstimung sollte man sich jedoch nicht unkritisch blenden lassen. Beim Kauf von Kunst geht es immer darum, ob einem das entsprechende Objekt bzw. Werk gefällt oder nicht. Zwar ist das leichter zu sagen, wenn man Gemälde sammelt, als bei antiker Kunst aus China. Doch auch hier ist wichtig, dass man einen Bezug zum Objekt hat und nicht einfach etwas sammelt, weil es exotisch ist, weil es in einer tollen Galerie ausgestellt war oder weil es antik ist.
Daher unterscheidet sich eine Investition in (antike) Kunstobjekte grundsätzlich von herkömmlichen Investitionsarten wie z.B. in Aktien oder Fonds. Wer Geld in Kunst anlegen möchte, der sollte mehr wollen als bloß eine Geldanlage. Es gibt inzwischen auch auf dem Gebiet der antiken Kunst aus China einige Anbieter von Fonds. Diese Investieren in hochpreisige Objekte, deren Qualität außer Frage steht. Die Wachstumsraten dieser Fonds sind deshalb so hoch, weil in den letzten Jahren die wirtschaftliche Entwicklung Chinas viel Kapital freigesetzt hat, mit dem chinesische Sammler und professionelle Händler begehrte Kulturobjekte weltweit erwerben konnten. Doch man sollte nicht vergessen, dass der Erfolg von Fonds, die in antike Kunst investieren, von einer Vielzahl ungewisser Faktoren abhängig ist. Dementsprechend ist es trotz gutem Trend im Kunsthandel immer noch angebracht, dem Rat der Finanzexperten zu folgen und nur einen geringen Anteil des verfügbaren Kapitals in Kunst anzulegen. Wer dies tut, kann jedoch auch direkt besondere Objekte der antiken Kunst erwerben. So hat man wenigsten ein schönes Stück zu Hause, an dem man sich erfreuen kann.
Die Reden von Rekordpreisen sollte man indes mit etwas Gelassenheit betrachten. Es sind in der Regel stets einzelne Spitzen-Objekte, deren Rekordererlöse keinesfalls die gesamte Marktentwicklung widerspiegeln. Tausende und abertausende an antiken Objekten im dreistelligen oder unteren vierstelligen Bereich werden jährlich weltweit gehandelt, und doch werden sie in kaum einer Schrift oder einem Auktionsbericht erwähnt. Hier gilt wohl die alte Regel aus der Astronomie: Bei zuviel Licht sieht man die vielen, vielen Sterne nicht.
Von dieser positiven Grundstimung sollte man sich jedoch nicht unkritisch blenden lassen. Beim Kauf von Kunst geht es immer darum, ob einem das entsprechende Objekt bzw. Werk gefällt oder nicht. Zwar ist das leichter zu sagen, wenn man Gemälde sammelt, als bei antiker Kunst aus China. Doch auch hier ist wichtig, dass man einen Bezug zum Objekt hat und nicht einfach etwas sammelt, weil es exotisch ist, weil es in einer tollen Galerie ausgestellt war oder weil es antik ist.
Daher unterscheidet sich eine Investition in (antike) Kunstobjekte grundsätzlich von herkömmlichen Investitionsarten wie z.B. in Aktien oder Fonds. Wer Geld in Kunst anlegen möchte, der sollte mehr wollen als bloß eine Geldanlage. Es gibt inzwischen auch auf dem Gebiet der antiken Kunst aus China einige Anbieter von Fonds. Diese Investieren in hochpreisige Objekte, deren Qualität außer Frage steht. Die Wachstumsraten dieser Fonds sind deshalb so hoch, weil in den letzten Jahren die wirtschaftliche Entwicklung Chinas viel Kapital freigesetzt hat, mit dem chinesische Sammler und professionelle Händler begehrte Kulturobjekte weltweit erwerben konnten. Doch man sollte nicht vergessen, dass der Erfolg von Fonds, die in antike Kunst investieren, von einer Vielzahl ungewisser Faktoren abhängig ist. Dementsprechend ist es trotz gutem Trend im Kunsthandel immer noch angebracht, dem Rat der Finanzexperten zu folgen und nur einen geringen Anteil des verfügbaren Kapitals in Kunst anzulegen. Wer dies tut, kann jedoch auch direkt besondere Objekte der antiken Kunst erwerben. So hat man wenigsten ein schönes Stück zu Hause, an dem man sich erfreuen kann.
Die Reden von Rekordpreisen sollte man indes mit etwas Gelassenheit betrachten. Es sind in der Regel stets einzelne Spitzen-Objekte, deren Rekordererlöse keinesfalls die gesamte Marktentwicklung widerspiegeln. Tausende und abertausende an antiken Objekten im dreistelligen oder unteren vierstelligen Bereich werden jährlich weltweit gehandelt, und doch werden sie in kaum einer Schrift oder einem Auktionsbericht erwähnt. Hier gilt wohl die alte Regel aus der Astronomie: Bei zuviel Licht sieht man die vielen, vielen Sterne nicht.
Montag, 3. Januar 2011
Happy New Year 2011 !!!
Asiatika-Ankauf wünscht allen Freunden, Bekannten und Besuchern ein glückliches und gesundes Neues Jahr!!!
Ich freue mich sehr, gleichzeitig das einjährige Bestehen dieses Blogs zu feiern und bedanke mich für die positiven und inspirierenden Feedbacks von Lesern.
Für das Neue Jahr hoffe ich, noch mehr Hintergrundinformationen aus dem Kunstmarkt bereitstellen zu können und vielleicht einige Persönlichkeiten aus der Welt der Ostasiatischen Kunst vorstellen zu dürfen.
Einen guten Wochenstart und freundliche Grüße aus Berlin,
Till Spurny
Ich freue mich sehr, gleichzeitig das einjährige Bestehen dieses Blogs zu feiern und bedanke mich für die positiven und inspirierenden Feedbacks von Lesern.
Für das Neue Jahr hoffe ich, noch mehr Hintergrundinformationen aus dem Kunstmarkt bereitstellen zu können und vielleicht einige Persönlichkeiten aus der Welt der Ostasiatischen Kunst vorstellen zu dürfen.
Einen guten Wochenstart und freundliche Grüße aus Berlin,
Till Spurny
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