Nicht weit von ehemaligen japanischen Hauptstadt Kyoto entfernt liegen die Öfen, in denen das Steingut Shigiaraki produziert wurde. Sie entwickelten sich während der Kamakurazeit Mitte des 13. Jahrhunderts und es wurden meist Gebrauchsgefäße, wie gr0ße Töpfe zur Lagerung von Reis, sowie mörserförmige Schalen hergestellt.
Da es Gebrauchskeramiken sind weisen sie, bis auf ein gelegentliches schraffiertes Bambusdekor, kein Dekor auf. Die meisten Gefäße wurden gefertigt, indem die Töpfer Schnüre formten und so lange Schicht auf Schicht setzten, bis das Gefäß vollendet war. Es geschah nicht selten, dass eine Seite des Brennofens einsackte, so dass viele dieser Gefäße eine alles andere, als eine perfekte Form haben.
Allerdings führt genau diese Tatsache auch dazu, dass diese Gefäße in den heutigen Tagen so beliebt sind. Der für die Keramiken verwendete Ton enthält Feldspatpartikel, die sich beim Brennvorgang nicht mit dem restlichen Material verbinden, sondern als weiße, zuckerartige hoshi (Sterne) zurückbleiben.
Wenn allerdings im Ofen eine Temperatur über 1300 Grad herrscht, schmelzen und verschwinden einige dieser Partikel und hinterlassen kleine Krater auf der Oberfläche, welche ishihaze (Steinexplosion) genannt werden. Der niedrige Eisengehalt des Tons führt zu roten bis lachsfarbenen Tönen und die natürliche Holz-Asche-Glasur hinterlässt glasig-grüne Flecken darauf.
Die Kombination des Rottones, der glasig-grünen natürlichen Glasur und der Effekte, die durch die Feldspatpartikel hervorgerufen sind, führt dazu, dass die Shigiaraki-Keramiken von Kunstkennern besonders geschätzt werden und die besten und schönsten Stücke Höchstpreise erzielen.
Beitrag von: lkr