Asian Art Blog - Museums Galleries Fairs Sales Education & People

Dienstag, 26. April 2011

Offene Anfrage: Budai aus Bronze - ein Sammlerobjekt

Aus der Originalanfrage an Asiatika-Ankauf:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die unten gezeigte Skulptur befindet sich seit mindesten 50 Jahren - aber vermutlich länger - in Familienbesitz.
Wahrscheinlich handelt es sich um eine Kupferlegierung (Bronze) die Wandstärke beträgt im Mittel ca. 3-4 mm.
Im vorderen Bereich sind geringe, Rückseitig starke Beschädigungen (möglicherweise Kriegseinwirkungen/Brand).
Über Expertenmeinungen und u.U. ein Angebot würde ich mich freuen.
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Frage:

Aufgrund der brüchigen Gussqualität kann die Figur nicht direkt über Asiatika-Ankauf verwertet werden. Dennoch ist sie ein schönes Sammlerobjekt. Was soll der Besitzer am besten machen?

Freitag, 22. April 2011

798 Kunst-Viertel in Peking - Das Zeitfenster schließt sich sichtbar.

Eigentlich gehört das Kunstviertel "798" in Peking nicht zu den Themen, die im Zusammenhang mit antiker asiatischer Kunst interessant wären. Doch ist es solch ein skurriler Ort, der auf eine angenehme Art und Weise erfrischt, dass ich darüber berichten möchte. Die zeitgenössische Kunst der Chinesen soll hier gar nicht im Vordergrund stehen. Für mich ist im Viertel 798 auch nicht die Kunst das zentrale Thema, sondern der spielerische Charakter des Kunstviertels an sich.

Zugegeben, ich bin nicht mit den Augen eines ernsthaften Kunstinteressenten durch das Viertel gegangen, das sich seit meinem letzten Besuch in 2005 spürbar verändert hat. Inzwischen ist es so, dass man sich dort durchaus auch einen ganzen Tag lang aufhalten kann, dass man das Viertel an sich als Ausflugsziel erleben kann, und dass man sich dort vor allem auch wohlfühlen kann.

798 ist eine Spielwiese für Leute mit verrückten Ideen. Momentan hat es genausowenig ernsthaft mit Kunst zu tun wie mit kommerziellem Tourismus. Es ist irgendwo genau dazwischen. Es wirkt wie eine geradezu zufällige Ansammlung von Galerien und Shops, die einen frischen Flair versprühen. Erfrischend sind nicht die Kunstwerke an sich, deren Qualität ich nicht beurteilen kann. Sondern erfrischend ist das Viertel deshalb, weil es sich von der verbissenen Konsumwelt im restlichen Peking auffallend abhebt.

Ohne genau zu wissen, was das ist, das sie da tun, haben die Galeristen und Künstler in 798 einen abwechslungsreichen Ort geschaffen, der insbesodnere für Kinder ein tolles Erlebnis ist. Zumal man hier, im ehemaligen Fabrikgelände im Nordosten Pekings, immernoch ein ruhiges Plätzchen findet, mit frischer Luft, vernab vom lauten Geschrei der Millionenmetropole.

798 ist kontrovers. Denn zum einen ist es der Versuch, mit Kunst eine Alternativ-Welt zu bauen, die von einem freien, experimentellen Geist getragen wird. Und das in China, dessen zeitgenössische Kunst weltweite Beachtung findet, doch das diese Kunst im eigenen Land nicht wirklich zuläßt. Gleichzeitig ist 798 der Versuch, "die Cashcow zu melken". Es sind einfach zu viele Galerien und vor allem auch rein kommenrzielle Läden, die am touristischen Wert von 798 mitverdienen wollen. Daher ist jetzt schon abzusehen, dass sich das Viertel in einigen Jahren selbst überflüssig gemacht haben wird. Die kommerzielle Gier macht vor den Toren von 798 nicht halt, ganz im Gegenteil, sie ist eine der treibenden Kräfte des Viertels.

Daher kann ich nur sagen: 798 ist momentan absolut empfehlenswert, vor allem, wenn man mit Kind in Peking unterwegs ist. Doch eines ist gang klar: das Zeitfenster, in dem 798 vom Ansturm des Massentourismus und der absoluten kommerziellen Ausschlachtung verschont blieb, schließt sich deutlich.

Montag, 18. April 2011

Offene Anfrage: Geerbte Buddhafigur

Aus der Anfrage im Original; feedback bitte über die Kommentarfunktion:


Guten Abend,
ich habe ein Erbstück meines Uropas erhalten und wollte den ungefähren Wert dieser Buddha Figur schätzen lassen! Da ich bei Internetrecherchen auf Ihre Seite gestoßen bin, bin ich der Meinung, dass Sie mir evtl. weiterhelfen könnten!
Die Figur wurde Ende des 18. Jahrhunderts von meinem Uropa gekauft, da er Antiquitäten aus aller Welt sammelte.
Leider kann ich Ihnen keinerlei Auskunft darüber geben, aus welchem asiatischen Raum diese Figur stammt. Am Standfuß ist eine Holzkante abgebrochen, allerdings für Bastler leicht zu ersetzen. Aufgrund des Alters, lässt es sich leider nicht vermeiden, dass es zu leichten Farbunterschieden kommt!
Sie wiegt ca. 2,8 kg, hat eine Höhe von 23 cm, Breite 16 cm und von Tiefe 11 cm!
Anbei habe ich Ihnen noch ein paar Fotos als Anlage beigefügt! Ich hoffe,
dass meine Beschreibung in etwa Ihren Erwartungen entspricht, bei weiteren Fragen stehen ich Ihnen selbstverständlich unter dieser E-Mail Adresse zur Verfügung.
Ich bedanke mich jetzt schon mal im Voraus für Ihre Bemühungen und verbleibe mit freundlichen Grüßen!

Dienstag, 5. April 2011

Offene Anfrage: Zwei chinesische Keramiken - Datierung und Verkauf?

Diese beiden Gefäße aus Privatbesitz stehen zum Verkauf. Sie sind ein schönes Beispiel dafür, dass ein wissenschaftliches Gutachten z.B. von Kotalla in diesem Fall nicht weiterhilft. Denn was immer dieses Gutachten attestiert, es wird von keinem renmoierten Haus anerkannt. Für eine aussagekräftige Datierung gibt es nur eine Handvoll Personen, welche die Gefäße sichten sollten.

Bei Interesse, zur Kontaktaufnahme mit der Besitzerin oder für eine Bemerkung bitte einfach die Kommentarfunktion nutzen.

Anfrage an Asiatika-Ankauf (Veröffentlichung im Einverständnis der Besitzer):
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Meine Eltern besitzen zwei Vasen, die wir glauben aus der Tang oder Liaong Dynastie stammen.

Wir sind daran interessiert diese Vasen schaetzen zu lassen und gegebenenfalls zu verkaufen.

Koennen Sie mir bitte eine grobe Schaetzung fuer beide Vasen geben und erklaeren wie ein moeglicher Verkauf funktioniert?
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Sonntag, 3. April 2011

Worum geht es hier eigentlich? - Eine Tabuseite des "Kunstmarkts"?

Aufgrund des Feedbacks zur Frage, wie sich Asiatika-Ankauf besser gestalten ließe, muss ich Folgendes richtig stellen:

Der "Kunstmarkt", in dem sich Asiatika-Ankauf bewegt, besteht nicht einfach aus Auktionshäusern oder Internetdiensten wie Lotissimo etc. Sondern es ist ein Gebiet, in dem weltweit Händler Ihren Kunden Dinge verkaufen, die man nur dann zu schätzen weiß, wenn man spezifisches Fachwissen dazu besitzt.

Nun sind asiatische Antiquitäten (Asiatika, chinesische Kunst etc.) ein derart strittiges Feld, dass sich Experten, Gutachter, Sammler und Händler regelmäßig widersprechen. Der typische Kunsthändler baut sich daher einen gewissen Schutzwall auf, um als Autorität auf seinem Gebiet nicht angezweifelt zu werden und den Kunden gegenüber vertrauenswürdig und glaubhaft zu wirken.

Das ist auch in Ordnung, doch leider kam und kommt es viel zu häufig vor, dass Kunden nach Jahren feststellen, dass sie im falschen Glauben gekauft haben und dass sie viel zu viel bezahlt haben. Allein aus den Anfragen an Asiatika-Ankauf könnte ich genügend Beispiele zusammentragen, in denen die Kunden auf teuren Dingen sitzen, die nicht mehr seriös angeboten werden können.

Das ist eine Seite des Kunstmarkts, über die man nicht viel redet. Vielleicht ist es auch ein wirkliches Tabu - jedenfalls ist es ein Thema, welches von Asiatika-Ankauf grundsätzlich adressiert wird.

Offene Anfrage: "Buddha-Kopf - Nordindien 11.-12. Jahrhundert"

Anfrage an Asiatika-Ankauf:
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Sehr geehrte Damen und Herren,

über eine Schenkung besitze ich einen mittelalterlichen Buddhakopf, den ich gegebenfalls veräussern würde.

Zu dem Kopf kann ich momentan nur begrenzte Informationen geben, die darin bestehen, dass das Objekt einerseits in den 60er oder 70er Jahren legal in einem Antiquitätengeschäft in Bengalore/Bangalor gekauft wurde, andererseits gab es damals eine Expertise über die Uni Bonn, die die Echtheit bestätigte und den Zeitpunkt der Herstellung in Nordindien auf das 11. bis 12. Jahrhundert datierte.
Da diese Expertise leider abhanden gekommen, werde ich in Kürze die entsprechende Fakultät der Uni Bonn wegen dieses Gutachtens konsultieren, da es dort möglicherweise eine Abschrift gibt.

Lange Rede, kurzer Sinn: bei einem Interesse Ihrerseits an diesem Objekt würde ich Ihnen verschiedene Bilder des Kopfs und ggfs. auch die Expertise der Uni Bonn übersenden, da ich an einer optimalen Veräusserung sehr interessiert bin!
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Für Fragen, Informationen oder bei Interesse einfach die Kommentarfunktion verwenden. Preisliche Größenordnung: 400/600,- Euro.

Öffentliche Anfragen an Asiatika-Ankauf

Es hat sich gezeigt hat, dass Asiatika-Ankauf in einigen Fällen den anfragenden Besitzern, die Informationen über ihre Objekte suchen, nicht weiterhelfen kann. In diesem Zusammenhang nochmals vielen Dank für die Rückmeldungen auf die kleine Umfrage (HIER).

Wir möchten, dass Asiatika-Ankauf für Sie als Privatbesitzer von (Kunst-)Objekten funktionaler und besser nutzbar wird. Es soll stärker als bisher zu einer Plattform werden, über die Sie eventuell in Kontakt mit Interessenten kommen oder spezifische Fachinformationen bezüglich Ihrer Objekte bekommen können.

Daher können wir Anfragen direkt hier im Blog veröffentlichen. Jeder, der dazu etwas sagen möchte oder Interesse am jeweiligen Objekt hat, kann direkt über die Kommentarfunktion antworten - ohne Anmeldung, anonym oder mit Namen, ganz wie´s beliebt.

Wenn Sie Ihre Anfrage öffentlich sichtbar machen möchten, schreiben sie das einfach dazu oder stimmen sich diesbezüglich mit mir ab.

Samstag, 2. April 2011

Wie kann ich meine Kunstsammlung verflüssigen?

Cash is King! - Wie geht das mit Kunst?

Asiatika-Ankauf ist im Wesentlichen ein innovatives Projekt für den Verkauf von Kunst. Es geht um die Frage, wie sich Objekte zu Geld machen lassen, die nur für einen hoch spezialisierten Personenkreis interessant sind.

Wir sind jedoch nicht nur auf der Suche nach interessanten Objekten, sondern verstehen Asiatika-Ankauf auch als Plattform für interessierte Kunstfreunde und Menschen, die einfach in den Besitz von spannenden Objekten gekommen sind.

Meine eigene Meinung sowie die Beurteilungen von Kollegen bezüglich eines betreffenden antiken Objekts sollen jedoch nicht abschließende Beurteilungen darstellen. Vielmehr möchten wir Asiatika-Ankauf öffnen und es jedem ermöglichen, ein Objekt zu präsentieren und eventuell von Kennern aus dem gesamten Publikum eine interessante Aussage zu bekommen.

Bei der Frage wie das geschehen sollte und ob dafür der Blog von Asiatika-Ankauf der geeignete Ort ist, interessiert uns nachtürlich Ihre Meinung!

Gehen Sie hier auf unsere Frageseite und kommentieren Sie einfach, was Sie über die Fragen denken.


Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Freitag, 1. April 2011

Peking Liulichang: das Antiquitäten-Viertel im Zeichen der Überhitzung

Südlich des Platzes des Himmlischen Friedens liegt die traditionsreichste Antiquitätenmeile in Peking, die Straße Liulichang, unterteilt in eine ostliche und eine westliche Hälfte. Hier befinden sich Galerien, die seit Jahrzehnten existieren und auch bittere Zeiten überstanden haben, genauso wie neu angesiedelte Händler, die das Geschäft mit den Touristen wittern. Doch trotz allem touristischen Flair, den die Läden versprühen, findet hier auch echter Antiquitätenhandel statt, zumal eines der größten Auktionshäuser Chinas hier sitzt, das Haus Hanhai Auktionen.

Der Liulichang ist ein Ort, an dem man besser zwei oder drei Mal hinsehen sollte. Es ist ein skurriler und paradoxer Handelsplatz für chinesische Kunst, der nicht leicht zu verstehen ist.



Zunächst muss man zwischen den Galerien unterscheiden. Denn es gibt solche, die fast ausschließlich Repliken und Touristenware verkaufen. Und es gibt solche, die vordergründig mit Repliken und Souvenirs handeln, allerdings hinter der Fassade ernsthaft gute Stücke haben. Und dann gibt es eine kleine Anzahl von Galerien, die fast ausschließlich gute Stücke handeln.

Es kann also sein, dass ein Händler vorne im Laden billige Andenken anbietet, hinten drin jedoch in verstaubten Regalen zwischen einer Fülle von Krimskrams eine gute Vase stehen hat, die vielleicht 7000,- Euro wert ist, für die er jedoch 10.000,- verlangt.
Das ist die nächste Tatsache, die dem westlichen Besucher etwas skurril anmutet: die Preispolitik. Der Punkt ist nicht, dass die chinesischen Händler gerne das drei-, vier- oder zehn-Fache des eigentliches Wertes verlangen, denn das kommt hierzulande ebenfalls vor. Entscheidend ist vielmehr, dass auf dem Liulichang Objekte von echtem Wert zwischen Kisten voll Gerümpel liegen, unter Zentimeter dicken Staubschichten begraben - ich übertreiben etwas, doch in der Tat fragt man sich bei manchen Händlern, ob sie z.B. Jaden im Wert von mehreren zehntausend Euro nicht unter etwas gepflegeteren Bedingungen lagern möchten.



Beim Thema Preise muss ich schlicht auf die viel beschworene Überhitzung der chinesischen Wirtschaft zurückkommen. Die Händler des Liulichang fackeln heutzutage nicht lange rum. Sie verlangen Preise, die gefühlt um ein Drittel höher liegen als das, was der internationale Markt hergibt. Und dann? Dann kann man kaufen oder eben nicht. Nach unten verhandelt wird nicht, zumindest nicht bei interessanten Objekten. Sie wissen, dass sie die Stücke an die Pekinger Kundschaft auch zu überzogenen Preisen verkaufen können. Wir reden von einem überhitzten Umfeld, in dem die Preise von gestern bei den Händlern heute nur mehr ein müdes Lächeln hervorrufen. Alle wissen, dass die Wirtschaft Chinas ständig wächst, eine dröhnende Erfolgsgeschichte, ein wahres Wirtschaftswunder. Unter diesen Umständen haben es die Händler kaum mehr nötig, zu handeln.

Ich denke, dass dieser Zustand nicht unaufhörlich so weiter gehen wird. Der Markt für antike chinesische Kunst wird von chinesischen Sammlern und Händlern getrieben, die momentan in anderen Sphären zu schweben scheinen, als der Rest der Welt. Aus meiner Sicht ist diese Entwicklung durchaus kritisch zu beurteilen.

Frage an Sie als Leser: Weiterentwicklung von Asiatika-Ankauf !

Wir möchten Asiatika-ankauf grundsätzlich offener gestalten als bisher. Neben dem Ankauf und der Vermittlung von Objekten ist uns insbesondere der Umgang mit Anfragen wichtig, die wir nicht direkt kaufen oder vermitteln können.

Diese Blogseite und die Asiatika-Ankauf-Homepage zählen zusammen im Durchschnitt ca. zweitausend Aufrufe pro Monat. Deshalt ist es selbstverständlich, dass wir uns als Plattform besser und funktionaler aufstellen möchten.

Eine gute Möglichkeit dazu wäre, Anfragen oder Ankaufangebote direkt hier im Blog zu diskutieren bzw. zu veröffentlichen. So könnten Besitzer von interessanten Objekten allein durch die Kommentarfunktion des Blogs mit Interessenten oder spezifischen Experten in Kontakt kommen.

Doch funktionieren kann es nur, wenn Sie als Nutzer oder Leser von Asiatika-Ankauf mitmachen. Daher möchten wir Sie um ihre Meinung bitten!

Unsere Fragen für die Weiterentwicklung und Verbesserung von Asiatika-Ankauf:
Konnte Ihnen Asiatika-Ankauf bei Ihrer Anfrage grundsätzlich weiterhelfen?

An welchem Punkt waren sie unzufrieden? / Wo waren Sie zufrieden?

Würden Sie zustimmen, Ihre Anfrage und eine Abbildung hier im Blog zu veröffentlichen und einem breiten, öffentlichen Publikum zu präsentieren?

Welche Erfahrungen haben generell mit dem "Thema Kunst im Internet" gemacht?

Was würden Sie anderen Nutzern empfehlen, wenn es um den Verkauf oder die Beurteilung von Objekten geht?

Was würden Sie sich von Asiatika-Ankauf wünschen?

Bitte antworten Sie frei im Kommentarfeld. Vielen Dank für Ihre Meinung!

1. Station in Peking: Panjiayuan Flohmarkt



Der Pekinger Flohmarkt Panjiayuan ist Anziehungspunkt für Chinesen aus allen Gesellschaftsschichten, Chinareisende, Flohmarktgänger und Antikfreunde jeder Art. Im Südosten der chinesischen Hauptstadt sollte man auf der Suche nach dem Panjiayuan die großen Antikcenter wie etwa die "Guwancheng" (Antik-City) etc. ignorieren, zumindest am Wochende, denn diese Häuser mit kommerziellen Galerien kann man auch unter Woche besuchen, während die Händler am Panjiayuan nur Samstags und Sonntags ihre Ware ausbreiten.

Was sieht man auf diesem Flohmarkt?



Dem Panjiayuan eilt ein Ruf voraus, dass man hier unter all dem Krimskrams und den Kopien von Antiquitäten auch das ein oder andere echte, authentische Stück finden könne. Es ist also in der Tat ein kleiner Gaumenschmaus für Flohmarktfreunde, ein Ort, um sich auf Schatzsuche zu begeben.
Interessant ist einerseits die Vielfalt der Objekte, die Chinesen kennen unzählige Sammelgebiete auch fernab von Dingen, die auf dem internationalen Parkett gehandelt werden. Beispielsweise werden Porzellanscherben gesammelt, denn auf einigen Stücken sind bestimmte, interessante Glasuren vorhanden. Interessant ist aber auch, dass auf dem Panjiayuan-Flohmarkt nicht allein Händler auftauchen, sondern auch Arbeiter oder Menschen aus den Provinzen, die in Tüten und Tüchern einige Sachen mitschleppen, in der Hoffnung, sie in Peking eventuell zu Geld machen zu können.

Doch wie steht es um die Qualität der Objekte?



Hierzu muss man sich insbesonere als Ausländer (egal ob mit oder ohne Chinesischkenntnissen) an die wichtigste Regel auf chinesischen Flohmärkten halten: Nicht kaufen.
Wenn einem ein Objekt gefällt, dann anschauen, begutachten, verhandeln, aber nicht kaufen. Auch wenn man nochmal überlegt, selbst dann, wenn es wirklich ein interessantes Stück ist: nicht kaufen.

Wer sich hier ein Objekt als Souvenir mitnehmen möchte, weil es gefällt, muss wissen, dass 99,99% der Stücke auf dem Panjiayuan völlig wertlos sind. Wer als Kenner ein interessantes Stück gefunden hat, der sollte selbst entscheiden, wieviel Geld er im Zweifel verlieren möchte, denn 99,99% der Stücke sind schlichtweg Repliken. Man könnte auch Fälschungen sagen, doch das wird der Sache nicht gerecht. Denn die Menschen dort handeln und leben mit ihren Objekten, ganz unabhängig davon, ob es sich tatsächlich um alte Antiquitäten handelt oder um nachgemachte antike Objekte.

Für Freunde der chinesischen Kunst ist der Panjiayuan ein Schmankerl, das man in Peking durchaus mitnehmen sollte. Allein zu Übungs- und Anschauungszwecken lohnt sich der Weg. Doch ist es kein Ort, an dem man ernsthaft etwas kaufen kann. Wenngleich nicht auszuschließen ist, dass morgens um 6:00 schon so manch gutes Stück gefunden worden ist...