Zum siebten Mal trifft sich die Welt der asiatischen Kunst in Brüssel zur „Brussels Oriental Art Fair“ (BOAfair). Erstmals haben sich die Veranstalter und Aussteller der Brüsseler Kunstmessen abgestimmt, sodass zeitgleich zur BOA die Messen BRUNEAF (tribal art fair) und BAAF (ancient art fair) stattfinden (offen noch bis morgen, Sonntag, 12. Juni, 17:00).
Der Besucher trifft also nicht nur auf einige der international renommiertesten Galerien für asiatische Kunst, sondern kann zudem weitere Galerien besichtigen, die hochwertige und spannende Objekte präsentieren, von antiken Relikten Ägyptens, über antike Textilien und Teppiche hin zu außergewöhnlichen Stücken der Afrikanischen Kunst. Neben den ausgewählten Galerien, die offiziell im Rahmen der BOA und der anderen beiden Messen ausstellen, schwimmen zudem weitere Galerien mit im Fahrwasser, die sich ebenfalls über das internationale Publikum freuen. Diese „U-Boote“, wie sie von der Organisatoren Georgia Chrischilles genannt werden, trüben jedoch keineswegs das Messeerlebnis. Im Gegenteil, sie sind Bestandteil des Flairs und charmanten Rahmens, in dem sich die BOA in Brüssel positioniert.
Frau Chrischilles setzt hohe Maßstäbe an, was die Auswahl der Galerien betrifft. Doch dafür bedanken sich letztlich die Sammler und Interessenten. Denn der Besucher bekommt auf der BOA einige der schönsten und seltensten Objekte der antiken Kunst Asiens zu sehen, die derzeit im internationalen Handel verfügbar sind. Wer die Reise nach Belgien macht, wird durch die Vielfalt der von den Händlern mitgebrachten Besonderheiten und seltenen Objekte voll entlohnt!
Das müssen gar nicht immer solch ausgefallene Stücke sein, wie der Kopf aus der Galerie Renzo Freschi (siehe Foto linke Seite), der ein Beispiel von musealem Charakter für die Verschmelzung von helenistischer und buddhistischer Tradition in Zentralasien darstellt. Jede Galerie bietet ihr eigenes und charakteristisches Portfolio an Objekten, dessen Vielfalt an dieser Stelle hier nicht annähernd beschrieben werden kann.
Es spricht für die Organisatorin, dass sie bei der Auswahl der Galerien einen offenen Geist hat walten lassen. Qualität auf der BOA heißt nicht, dass die Objekte zwingend ein bestimmtes Alter haben müssen. Qualität heißt, dass die Galerie und die dahinter stehenden Personen authentisch sind und ein authentisches Konzept haben. Als Beispiel dafür möchte ich nicht die wenigen Galerien der zeitgenössischen Kunst anführen, welche das Spektrum der Messe erweitern. Sondern ich möchte auf einen Herren hinweisen, der ganz im Sinne der buddhistischen Lebensweise Objekte sammelt und handelt, die er nicht strikt den Kategorien "antik" oder "zeitgenössisch" unterwirft. Herr Vos präsentiert in seiner Galerie Kitsune u.a.Objekte der japanischen Kermak, die Bestandteile des alltäglichen Lebens von Mönchen und Buddhisten waren und auch als solche verstanden werden. Eine Teeschale ist nunmal eine Teeschale - zum Tee trinken braucht sie kein Alter und keine Zeit...
Es ist an dieser Stelle wohl unmöglich, all die Highlights zu benennen, welche die Händler mitgebracht haben. Daher bleibt nur, sich auf die Ausstellung im kommenden Jahr zu freuen: Willkommen zur BOA 2012!
Hier eine Übersicht der diesjährigen Aussteller: Art Passages - L`Asie Animiste - Astamangala - Galerie Nathalie Barbé - Buddhist Art - Capriaquar - Georgia Chrischilles - Carlo Cristi - Carlos Cruanas - Duchange & Riché - Ethnologica - Renzo Freschi - Christophe Hioco - Jacques How Choong - Tatsuzo Kaku, Taiyo Ltd. - Kunsthandel Klefisch - Kitsune - Jeremy Knowles - Kyoto Gallery - Galerie Lamy - Helena Markus - Mingei Arts Gallery - Renaud Montméat - Punchinello - Raimann + Raimann - Galerie Alexis Renard - Roots Contemporary - Wei Asian Arts - Michael Woerner - Zada Gallery
Link: http://www.boafair.be/
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