Ohne bei dem Thema Kunst des Sammelns, das je nach Genre oder Sammelgebiet mit unterschiedlicher Spannung geladen ist, gleich ins Uferlose auszuschweifen, stelle ich hier einen Gesichtspunkt dar, der immerwieder eine Rolle spielt, wenn Kunstsammlungen verkauft werden sollen:
Die monetäre Intention der Besitzer.
Erst wenn eine Sammlung oder einzelne Objekte daraus verkauft werden sollen, zeigt sich der tatsächliche monetäre Wert der Sammlung. Das klingt wie selbstverständlich, ist aber in vielen Fällen unklar. Denn der Preis, der einmal für ein Objekt bezahlt worden ist, hat nur bedingte Aussagekraft. Es kann sein, dass das Zehnfache erlöst werden kann - hierbei kommt es nicht zuletzt auf die richtige Beratung und Herangehensweise an. Es kann aber ebenfalls sein, dass der heutige Markt den damaligen Preis nicht mehr hergibt.
Wenn jemand primär aus monetärem Interesse sammelt (Kunst kauft), dann kann das aus zwei Gründen genau die gegenteilige Wirkung haben. Erstens hat solch ein Sammler oftmals eine Preisgrenze im Kopf, unter der er nicht verkaufen kann, denn sonst entspräche es nicht seiner Gewinnerwartung. Das kann in einigen Fällen durchaus "mechanischen" Charakter haben. Zweitens aber, viel wichtiger, ist die Kaufentscheidung zu stark durch ein Profitdenken beeinflußt. Das kann die Qualität der Objekte, der Sammlung, die Besonderheit der Sammlung und den spezifischen Reiz der Zusammenstellung stark in Mitleidenschaft ziehen.
Wenn jemand mit Herz und Leidenschaft sammelt, entsteht ein anderes Ergebnis, als bei Sammlern, die allein "günstige Gelegenheiten" jagen und dann zuschlagen, wenn Sie denken, dass entsprechende Vergleichsobjekte einen deutlich höheren Wert haben.
Wer sich beim Erwerb von Kunstobjekten, antik oder nicht, unmittelbar auf die Objekte konzentriert, wer nicht nur Fachwissen ansammelt, sondern auch ein Gefühl, einen Sinn für die Objekte entwickelt, der hat auch unter monetären Gesichtspunkten mehr von seiner Sammlung.
Aufgrund der Erfahrungen mit Asiatika-Ankauf kann ich nur sagen, dass jeder Sammler immerwieder einzelne Stücke verkaufen sollte, um auch aus Verkäufersicht am Markt zu bleiben. Natürlich mit dem Nebeneffekt, dass durch den Erlös wieder weitere Ojekte erworben werden können.
Doch ganz ernsthaft: Auch wenn Sie bei guten Adressen gekauft haben, lassen Sie sich einmal unabhängig über Verkaufsmöglichkeiten beraten. Es kann einen erheblichen Unterschied ausmachen, wenn Sie durch Asiatika-Ankauf Objekte gezielt plazieren.
In den kommenden Tagen und Wochen möchten wir einige Sammler und Personen zur Kunst des Sammelns zu Wort kommen lassen. Selbstverständlich interessiert uns auch Ihre Meinung: Worauf kommt es für Sie persönlich beim Sammeln an?
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