Buddhas und buddhistische Figuren haben vielfältige Handhaltungen (Mudras) sowie Attribute. Diese verleihen den Buddhafiguren nicht nur Bedeutungen, sondern sie verändern auch den Blick des Betrachters. Hier einige Stichworte zu einigen häufigen Mudras von Buddhafiguren:
Abhaya Mudra
Die Haltung der rechten Hand nach oben mit flacher, nach vorne gerichteter Handfläche symbolisiert die Furchtlosigkeit bzw. das Wohlwollen, die Mildtätigkeit des Buddha. Es gibt zwar eine buddhistische Anekdote, wonach der historische Buddha angesichts eines wilden Elefanten die Hand hob und das Tier dadurch beruhigte. Doch das Abhaya-Mudra ist vielmehr als ein Zeichen der Güte des Buddha zu verstehen. Es signalisiert den Gläubigen, dass sie keine Furcht und Ängste zu haben brauchen.
Varada Mudra
Diese Handhaltung (Hand nach unten gerichtet, Handfläche nach vorne gedreht) steht für die „Wunschgewährung“. Bei sitzenden Figuren liegt die geöffnete Hand mit nach vorne gerichteter Handfläche über dem Oberschenkel. Das Varada Mudra steht neben der Wunschgewährung auch für das Mitgefühl Buddhas und seine Absicht, der Erlösung der Menschen zu dienen. Der Wunsch der Menschen nach Erlösung vom Leid soll demnach gewährt werden.
Vitarka Mudra
Bei dieser Handhaltung berühren sich Zeigefinger (oder Mittelfinger) und Daumen, während die übrigen Finger gestreckt bleiben. Der Medizin-Buddha (Bhaishajyaguru) hält beispielsweise die rechte Hand in Varada Mudra, wobei dann der Zeigefinger den Daumen berührt, womit es die Haltung Vitarka-Mudra wird.
Der geschlossene Kreis von Zeigefinger und Daumen symbolisiert die Perfektion, die Erleuchtung. Das Vitarka Mudra steht für Dharma, die Lehre Buddhas.
Dharmachakra Pravartana Mudra
Das Mudra des "Drehen des Dharma-Rads" symbolisiert das Lehren des Dharma durch den historischen Buddha. Genauer, es soll an die erste Lehrrede des Buddha erinnern, die er nach seiner Erleuchtung vor seinen Schülern in Sarnath hielt. Bei dieser Haltung befinden sich beide Hände in Vitarka Mudra, und sind gleichzeitig nahe zur Brust gehalten. Daumen und Zeigefinger müssen sich nicht zwingend berühren. In der Regel wird dieses Mudra nur bei Shakyamuni-Darstellungen verwendet, aber auch bei Figuren des Buddha Maitreya. Es mag sein, dass Räder auf den Handflächen des Buddha dargestellt werden, oder auch z.B. auf dem Sockel, die ebenfalls das Rad der Lehre Buddhas symbolisieren, welches durch seine erste Predigt in Gang gesetzt wurde.