Der Pekinger Flohmarkt Panjiayuan ist Anziehungspunkt für Chinesen aus allen Gesellschaftsschichten, Chinareisende, Flohmarktgänger und Antikfreunde jeder Art. Im Südosten der chinesischen Hauptstadt sollte man auf der Suche nach dem Panjiayuan die großen Antikcenter wie etwa die "Guwancheng" (Antik-City) etc. ignorieren, zumindest am Wochende, denn diese Häuser mit kommerziellen Galerien kann man auch unter Woche besuchen, während die Händler am Panjiayuan nur Samstags und Sonntags ihre Ware ausbreiten.
Was sieht man auf diesem Flohmarkt?
Dem Panjiayuan eilt ein Ruf voraus, dass man hier unter all dem Krimskrams und den Kopien von Antiquitäten auch das ein oder andere echte, authentische Stück finden könne. Es ist also in der Tat ein kleiner Gaumenschmaus für Flohmarktfreunde, ein Ort, um sich auf Schatzsuche zu begeben.
Interessant ist einerseits die Vielfalt der Objekte, die Chinesen kennen unzählige Sammelgebiete auch fernab von Dingen, die auf dem internationalen Parkett gehandelt werden. Beispielsweise werden Porzellanscherben gesammelt, denn auf einigen Stücken sind bestimmte, interessante Glasuren vorhanden. Interessant ist aber auch, dass auf dem Panjiayuan-Flohmarkt nicht allein Händler auftauchen, sondern auch Arbeiter oder Menschen aus den Provinzen, die in Tüten und Tüchern einige Sachen mitschleppen, in der Hoffnung, sie in Peking eventuell zu Geld machen zu können.
Doch wie steht es um die Qualität der Objekte?
Hierzu muss man sich insbesonere als Ausländer (egal ob mit oder ohne Chinesischkenntnissen) an die wichtigste Regel auf chinesischen Flohmärkten halten: Nicht kaufen.
Wenn einem ein Objekt gefällt, dann anschauen, begutachten, verhandeln, aber nicht kaufen. Auch wenn man nochmal überlegt, selbst dann, wenn es wirklich ein interessantes Stück ist: nicht kaufen.
Wer sich hier ein Objekt als Souvenir mitnehmen möchte, weil es gefällt, muss wissen, dass 99,99% der Stücke auf dem Panjiayuan völlig wertlos sind. Wer als Kenner ein interessantes Stück gefunden hat, der sollte selbst entscheiden, wieviel Geld er im Zweifel verlieren möchte, denn 99,99% der Stücke sind schlichtweg Repliken. Man könnte auch Fälschungen sagen, doch das wird der Sache nicht gerecht. Denn die Menschen dort handeln und leben mit ihren Objekten, ganz unabhängig davon, ob es sich tatsächlich um alte Antiquitäten handelt oder um nachgemachte antike Objekte.
Für Freunde der chinesischen Kunst ist der Panjiayuan ein Schmankerl, das man in Peking durchaus mitnehmen sollte. Allein zu Übungs- und Anschauungszwecken lohnt sich der Weg. Doch ist es kein Ort, an dem man ernsthaft etwas kaufen kann. Wenngleich nicht auszuschließen ist, dass morgens um 6:00 schon so manch gutes Stück gefunden worden ist...