In den vergangen Jahren hat sich der Markt für Asiatische Kunst und besonders für chinesische Antiquitäten stark gewandelt. Zum einen hat die Anzahl an Repliken, billigen Imitaten und Dekorationsartikeln erheblich zugenommen. Darüber hinaus sind diese Artikel aufgrund der Internationalisierung der Weltmärkte im heutigen, elektronischen Zeitalter nahezu überall verfügbar. Zum anderen gibt es immer mehr Unternehmen, welche die Trends und Geschmäcker im Interieur-Bereich bedienen.
Beispielsweise hat jede größere Stadt ein China-Einrichtungshaus, in dem allerlei Kunst und Kitsch verkauft wird – und eben auch frische Repliken der klassischen antiken Objekte Chinas, z.B. Porzellanvasen im Stil der Kangxi-Zeit, Buddhafiguren, die gezielt den Eindruck von Alter und Alterspatina erwecken sollen und dergleichen. Und gerade die Möbelimporteure fallen in diesem Zusammenhang auf. Sie lassen in China alte Möbelstücke restaurieren, die dort auf Touren durch ländliche Gegenden aufgekauft wurden. In restauriertem Zustand handelt es sich um recht ansehnliche Möbelstücke, die hierzulande ein Lifestyle-Gefühl von „Harmonie, China, Antik, Exotisch …“ bedienen.
Diese Trends wirken sich jedoch auch auf dem Markt für authentische antike Kunst Ostasiens aus. Denn jeder, der vor 20/30 Jahren ein antikes chinesisches Möbelstück oder eine schöne Porzellanvase suchte, kam durchaus als Kunde für den klassischen Kunst- und Antiquitätenhandel, für eine Galerie mit antiker asiatischer Kunst, in Frage.
Jemand, der allein nach dem Geschmack kauft, kann auch eine authentische Antiquität kaufen. Für manche "wertlose" Neuware wird mitunter sogar mehr bezahlt, als für ein authentisches Stück – vermutlich deshalb, weil den Käufern der Markt für antike asiatische Kunst einfach nicht zugänglich ist. Sie müssten gezielt nach spezialisierten Händlern suchen, tun es aber nicht, weil sie einfach nur ein schönes, dekoratives Objekt suchen, nicht explizit eine Antiquität. Daher greift der Einrichtungs- und Dekorationshandel diesen Kundenkreis ab.
Doch der Antiquitäten-Handel trägt eine große Mitverantwortung, wenn die Kunden lieber den China-Importeur aufsuchen, anstatt in der Antik-Galerie vorbeizuschauen. Denn wenn Antiquitäten-Händler mit bestem Wissen Preise verlangen, die jenseits von gut und böse sind, wenn sie den Leuten buchstäblich Schrott andrehen, dann braucht sich keiner zu wundern, dass kein Kunde ein zweites Mal kommt. Da haben es, um einmal Berlin als Beispiel zu wählen, die Händler an der Strasse des 17. Juni leicht – Denn wer Touristen das Geld aus der Tasche zieht (Preis vs. Qualität!?), der rechnet sowieso nicht damit, dass jemand ein zweites Mal kommt.
Wie dem auch sei, authentische asiatische Kunst bedeutet für viele Sammler mehr als nur ein Sammelgebiet, es ist eine Leidenschaft. Der Sammler ist oft ein wahrer Kenner seines Gebietes. Das Marktumfeld für antike asiatische Kunst verändert sich aufgrund der Internationalisierung und der Verstärkung von Trends im „Asiatika“-Handel dahingehend, das die Spezialisierung der Sammler bzw. der Käufer von authentischen Stücken zunimmt. Wenn diese Überlegung richtig ist, dann handelt es sich bei den Kunden des Marktes für antike asiatische Kunst zunehmend um einen internationalen, spezialisierten Kreis von Kennern, Liebhabern und Freunden der Ostasiatischen Kunst.
Man kann ja, um den Gedanken weiter zu spinnen, einmal gezielt Ausschau halten, mit welchen Mitteln die großen Auktionshäuser und Galerien versuchen, neue Kunden (jüngere Generationen) zu gewinnen...
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Wie ich feststellen konnte entwickelt sich ihre Seite mehr und mehr zu einem Treffpunkt von Philosophen.
AntwortenLöschenAllerdings werden gravierende Fehler begangen, es werden schlicht nicht alle Seiten der Medallie betrachtet.
Zum einem haben alte Sammler meist kein interesse daran ihren Namen öffentlich erwähnt zu wissen, schliesslich könnte dies des Öfteren Nachzahlungen zur Folge haben.
Damals war Kunst deswegen so beliebt, weil Gelder aus grauen Quellen wieder umgesetzt werden konnten, woraus riesige Sammlungen entstanden.
Desweiteren kann ich als Händler meine Quellen nicht offenlegen, schliesslich erwarten sie ja auch von Coca Cola nicht ihr Rezept zu veröffentlichen, noch von einer Zeitung ihre Informanten zu nennen. Wer garantiert mir denn, dass nicht sie sich morgen schon auf dem Weg machen um meinen Lieferanten zu besuchen.
Ausserdem bleibt doch festzuhalten, dass meist nicht die Kunsthändler die betrüger sind, sondern die Auktionshäuser, die sich hinter dem Mantel der Einlieferer verstecken.
Schauen Sie selber auf den einschlägigen internetseiten der Auktionshäuser, sie selbst werden feststellen, dass dort bewusst der Kunstmakrt verungnimpflicht wird.
Gerade erst jetzt wird ein buddha bei lot-tissimo versteigert, 17. Jh…..
Bei dem Buddha auf Lotissimo handelt es sich um eine Figur aus em 20.Jh, die vom Auktionshaus auf 17.Jh datiert wurde.
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Das Beispiel trifft den Kern des Artikels ziemlich genau. Denn wenn den Leuten Schrott verkauft wird, ärgern sich die Kunden und suchen sich beim nächsten Mal lieber eine Design-Vase beim Inneneinrichtungshaus aus.
Das ist gerade deshalb schädigend für den Markt, weil es sich hier um "Neu"-Kunden handelt. D.h. Leute, die aus dem Bauch heraus ein schönes Stück kaufen und dabei den wenigen Informationen vertrauen, die ihnen der Auktionskatalog bietet.
Wenn es authentisch ist, und man dies von Experten bestätigen lassen kann, dann kann man gute Erfahrungen machen - und kauft unter Umständen weitere Stücke.
Doch wenn man merkt, dass man betrogen worden ist, weil das Auktionshaus falsch datiert hat, kauft man so schnell kein weiteres Stück...