Ein sehr unterhaltsames Experiment mit einem hochwertigen Rhinozeroshorn-Becher (Libation Cup) wurde von Auctionata auf Ebay USA durchgeführt. Es zeigte auf beeindruckende Weise die Schwachstellen von Ebay, wie es heute ist.
Die Kurzform des Experiments:
Der hochwertige Becher wurde von einem vermeintlich völlig ahnungslosen Verkäufer mit einem Startpreis von 0,99 USD auf der Ebay-Seite USA eingestellt. Der Beschreibungstext war so vormuliert, dass er den Anschein erweckte, dass der Verkäufer nicht einmal wisse, dass es sich um Rhinozeroshorn handelte. Er schrieb, es sein wohl eine andere Holzart als der Ständer, auf dem der Becher steht.
In Wirklichkeit ergab eine Schätzung durch Christie´s im Vorfeld des Experiments einen ungefähren Wert des Bechers von 60.000 /80.000 USD.
Die Frage war nun, ob der Artikel auf Ebay gefunden werden würde, ob der Verkäufer über den wahren Wert des Bechers von einem Ebay-Mitglied informiert werden würde und ob er über Ebay auch nur annähernd in der Höhe des geschätzten Wertes verkauft werden könne.
Das Ergebnis war niederschmetternd. Zum einen versuchten zalreiche Interessenten den Verkäufer zu überreden, ihnen den Becher sofort zu verkaufen. Mit fadenscheinigen Gründen, wie etwa "ich brauche dringend ein Geburtstagsgeschenk für meinen Vater" o.ä., hofften die Interessenten, dass sich der Verkäufer auf Gebote außerhalb von Ebay von etwa 500,- Dollar einlassen würde. Wirklich abgegebene Gobote erreichten gerade mal eine Höhe von rund 50,- Dollar. Als die Auktion auf Ebay vom Verkäufer jedoch vorzeitig beendet wurde, ging das Bietergefecht los. Privat und unabhängig von Ebay boten einige Interessenten bis zu einer Höhe von 43.000 USD für den Becher.
Das Experiment hat deutlich gezeigt, dass ein unwissender Verkäufer, der ein gutes Objekt bei Ebay anbietet, nur verlieren kann. Auf der anderen Seite zeigte es auch, dass zahlungskräftige Interessenten durchaus auf Ebay zu finden sind, wenngleich sie im Grunde nichts anderes im Sinn haben, als ein unverschämtes Schnäppchen zu schlagen.
HIER geht es zur Originalbeschreibung des Experiments durch Auctionata.