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Samstag, 25. September 2010

Der Markt gehorcht seinen eigenen Regeln - Überraschungen bei Koller Auktionen

Das Auktionshaus Koller in Zürich versteigerte vergangenen Samstag eine feine Auswahl an asiatischer Kunst. Neben den antiken buddhistischen Skulpturen, unter denen sich zahlreiche Highlights befanden, hatte die Auktion einige überraschend hohe Zuschläge bei ausgefallenen Objekten zu verzeichnen.

Nicht alle hoch angesetzten Objekte konnten jedoch verkauft werden. Ein tibetischer Mönch im Stil feuervergoldeter Lama-Bronzen aus dem 18.Jh fand für rund 60.000,- euro Limitpreis beispielsweise keinen Liebhaber. Doch starke Figuren wie etwa ein Vairocana mit 31cm Höhe aus dem Westtibet des späten 14. bzw. 15. Jahrhundert zeigten mit einem Zuschlag von mehr als 50.000,- euro (inkl. Aufgeld) deutlich, dass aufmerksame Sammler anwesend waren. Bei einem Verkaufspreis von mehr als 76.000 euro zeigte sich ein Vajrabhairava Yamataka aus der Mongolei des 18.Jhdts in Höhe von 17,5cm als ein echtes Highlight.

Einige Deckelgefäße und Vasen aus Silber, mit Applikationen aus Jade, Koralle, Lapislazuli und Türkisen, wurden ebenfalls überraschend gut verkauft. Es waren Stücke aus der Mongolei, die jedoch undatiert in den Katalog kamen, zum Teil mit einer Provenienzangabe, die auf einen Erwerb in den 1960ern zurückführte.

Ein wirklicher Höhepunkt war jedoch der Verkauf einer Bronze des Manjushri auf einem Löwen sitzend, datiert in die Zeit Qianlongs, Höhe 33cm. Der äußerst feine Bronze-Guß wurde nicht feuervergoldet, sondern lediglich in den Hauptpartien, im Gesicht des Bodhisattvas, in Gold bemalt. Mit einem Ausrufpreis von etwas mehr als 7.000,- euro kletterte das Bietergefecht auf knapp 200.000,- euro (!!!) inkl. Aufgeld. Derartige Zuschläge sieht man in der Regel nur, wenn die Figur eine besondere Signatur oder Marke aufweist, was in diesem Fall jedoch nicht gegeben war.

Angesichts solcher Höhen scheint es kaum zu verwundern, dass ein Paar buddhistischer Löwen, in Cloisonné-Emaille gearbeitet, von ca. 11.000,- euro Ausrufpreis auf ca. 150.000,- Verkaufspreis inkl. Aufgeld stiegen. Immerhin sind die Löwen 38cm hoch und datieren in das 19.Jh.

Als wirklich überraschend muss man allerdings einen kleinen Jadeanhänger bezeichnen, der in das China des 18.Jhdts datiert wurde, also in die Zeit Qianlongs, und zweidimensional in einer Höhe von 8,5cm gearbeitet wurde. Das Stück kletterte von 2.700,- euro Ausrufpreis auf 67.000,- euro Zuschlag plus Aufgeld.

Neben den hochwertigen Objekten, von denen starke Zuschläge zu erwarten waren, wie beispielsweise ein Schnitzlackdeckel, der dem chinesischen Kaiserhof zugeschrieben wurde, überraschte die Auktion durchaus mit ausgefallenen Zuschlägen. Eine Deckelvase aus Burmajade etwa, die aus dem frühen 20.Jh stammte, wurde mit mehr als 25.000,- euro doch überraschend hoch verkauft. Genauso muss verwundern, dass eine Porzellanvase mit dem Dekormotiv "Neun Pfirsiche", die in das 19. bzw. 20.Jh datiert, für mehr als 24.000,- euro verkauft wurde. Ob man hieran den Trend ablesen kann, dass nun zunehmend auch jüngere Stücke gut verkauft werden, bleibt zu diskutieren.