Asian Art Blog - Museums Galleries Fairs Sales Education & People

Sonntag, 18. Juli 2010

Ausstellung zur Porzellanherstellung in China - was hat die Körperhaltung mit dem Porzellan zu tun?

Eine interessante Ausstellung mit dem Titel "Abgedreht! China Töpfert bondennah" zeigt mit Bild und Videomaterial die Prozesse der Porzellanherstellung in China.

Hierbei wird besonders auf die "technik-ethnolischen" Gesichtspunkte Wert gelegt: die Köperhaltung, die Bodennähe der Handwerker, die spezifische Arbeitsteilung in der Porzellanherstellung - die Ausstellung beleuchtet die Meisterschaft und Besonderheit chinesischer Porzellane aus der wissenschaftlichen Sicht der Ethnologie.

Schon der Untertitel "China töpfert bodennah" weist darauf hin, dass die chinesischen Töpferer nicht auf einem Stuhl sitzen - eine Banalität, möchte man meinen. Doch offensichtlich wirkt sich dieser banale Umstand auf die Qualität chinesischer Porzellane aus.

Kulturspezifische Bewegungskonzepte
Das Geheimnis dahinter lautet: Körperwissen. Erst bestimmte Körperhaltungen erlauben das Verarbeiten von Porzellanerde in der für China typischen Weise. Die Handwerkerinnen und Handwerker arbeiten stets bodennah und vornübergebeugt – entweder auf dem Boden hockend im Lotussitz, amStrassenrand kauernd oder auf einem niederen Stühlchen sitzend. Es sind kulturspezifische Bewegungskonzepte, die sich in vielen weiteren, auch in handwerksfernen Lebensbereichen in China wiederfinden.

Für Porzellan- und Chinainteressierte zeigen sich hier spannende Einblicke in die Manufakturen in Jingdezhen.

Ausstellung:

Abgedreht! China töpfert bodennah
Völkerkundemuseum der Universität Zürich
16. Juli 2010 bis 30. Juni 2011